Geschichte Leipzig: Mittelalter

Mittelalter

Siedlung

Nach der Niederlage der Thüringer gegen die Franken verließen diese die Region zwischen Elbe, Saale und Mulde. Um ca. 600 n. Chr. besiedelten dann böhmische Slawen dieses Gebiet und vermischten sich mit den verbliebenen Thüringern. Erstmals schriftlich belegt wurde die Anwesenheit der Sorben durch den burgundischen Chronisten Fredegar im Jahr 631. Die Region um Leipzig wurde als Chutici bezeichnet.

Nach mehreren kleineren Auseinandersetzungen mit den Franken fielen diese in die Gebiete der Slawenstämme ein und gründeten zum Beispiel das Bistum Erfurt. Weitere Vorstöße folgten gegen die Sachsen und so wurden mehrere Kastelle (zum Beispiel Magdeburg und Halle) gegründet, um Einfälle von sorbischer Seite unterbinden zu können.

Am Anfang des 10. Jahrhunderts wurden mehrere fränkische Burgen an den Standorten ehemaliger sorbischer Dörfer errichtet, wie auch bei Lipsk, wo sich die Sorben am Bau der Burg zu beteiligen hatten, so dass diese wahrscheinlich schon 929 fertig gestellt wurde. Diese hatte eine Grundfläche von ungefähr 150 x 90 Metern wobei die Mauer etwa eine Stärke von 3,50 m hatte und eine Höhe von 30 m. Im Zentrum der Anlage befand sich ein Wehrturm. Die gesamte Burg war in mehrere Unterburgen und eine Hauptburg unterteilt, welche durch vorgelagerte Bastionen geschütz wurden. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Kapellen erbaut, so zum Beispiel die Petruskapelle oder die der irisch-schottischen Mönche nach dem Vorbild des Mutterklosters St. Bonifatius in Erfurt.

Stadtgründung

Leipzig wurde 1015 erstmals erwähnt, als Thietmar von Merseburg den Sterbeort Eidos I., Bischof von Meißen, mit urbs Libzi angab (Chronikon VII, 25). Als Gründungsjahr der Stadt wird allgemein das Jahr 1165 genannt: die überlieferte Urkunde, mit der Markgraf Otto der Reiche von Meißen dem Ort an der Kreuzung der Via Regia mit der Via Imperii das Stadtrecht und das Marktprivileg erteilt, trägt indessen kein Datum und wurde wahrscheinlich erst nachträglich angefertigt.

Die Lage der ältesten deutschen Burg ist umstritten. Wegen des Flurnamens „Alteburg“ vermuteten viele Forscher, dass sie in der Partheaue, in der Nähe der heutigen Lortzingstraße gelegen habe. Im Matthäikirchhof ist eine Burg erst 1216 durch die Pegauer Annalen bezeugt. Eine mit einem Graben befestigte Vorburgsiedlung (Suburbium) befand sich zwischen Großer Fleischergasse und Hainstraße. Die älteste Keramik stammt hier aus dem ausgehenden 9. Jahrhundert.

Im Jahre 1190 wurden die Oster- und Michaelismärkte bestätigt, 1268 das Geleitschutzprivileg erlassen, was den Grundstein für den Fernhandel legte. Leipzig gilt als älteste Messe der Welt. Seit sie 1497 zur Reichsmesse erhoben wurde, also durch Kaiser Maximilian I. das Messerecht erhielt, stieg die Bedeutung der Leipziger Messe. Erweitert wurde das Messeprivileg durch das Stapelrecht, nachdem die Städte Erfurt, Halle und Magdeburg wiederholt gegen jenes verstießen. Des Weiteren wurde eine Strafe von 50 Goldmark über jene Stadt verhängt, welche gegen die Vormachtstellung des Leipziger Marktes verstieß. Das Geld ging zur Hälfte an das Reich, der Rest wurde zwischen Stadt und Herzog aufgeteilt. Doch auch dies schreckte nicht ernsthaft ab, die Städte Frankfurt/Oder, Naumburg, Annaberg und Erfurt richteten weitere oder neue Märkte ein. 1515 wurde deshalb eine Urkunde vom Papst eingeholt, welche nun auch kirchliche Strafen androhte. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Leipzig stetig vom eher lokalen beziehungsweise regionalen Handelsplatz zum internationalen Messestandort. Vor allem im Ost-West-Handel machte es sich einen Namen.

An der Spitze der Stadt standen ursprünglich Vögte als Vertreter des Landesherrn. Seit dem 13. Jahrhundert übernahm ein einheimischer Schultheiß (scultetus) die Leitung der Stadt. Ihm standen Beisitzer (consules) zur Seite. Ab 1301 übernahmen Bürgermeister und „Rat“ die Regierung. Der Rat bestand aus 12 bis 15 Mitgliedern, die jährlich wechselten. Seit dem 15. Jahrhundert wurden die Ratsämter auf Lebenszeit vergeben.

Die älteste erhaltene Stadtpfarrkirche, St. Nikolai, wurde seit 1165 erbaut. 1212 kam die Thomaskirche hinzu, gleichzeitig wurde der Thomanerchor gegründet. Im Lauf des 13. Jahrhunderts wurden auch mehrere Klöster gegründet, darunter das Thomaskloster als Chorherrenstift der Augustiner und das Zisterzienserinnenkloster St. Georg.

Das älteste Krankenhaus der Stadt wurde 1213 als Teil des Thomasklosters gegründet, daraus ging das heutige Klinikum St. Georg hervor. Es diente der Aufnahme von Kranken, aber von Pilgern und Obdachlosen. 1439 wurde es von der Stadt gekauft.

Im Jahre 1409 wurde die „Alma Mater Lipsiensis“, die Universität Leipzig, als eine der ältesten deutschen Universitäten gegründet. An der Prager Karls-Universität waren die Stimmrechte der Universitäts-Nationen verändert worden und es gab Spannungen zwischen traditionellen und hussitisch eingestellten Theologen, weshalb die deutschen Professoren und Studenten nach Leipzig auszogen.

Durch die 1485 unterzeichnete Leipziger Teilung fiel Leipzig zusammen mit den östlichen wettinischen Besitzungen der albertinischen Linie zu.